Trotz der schlechten Umfragewerte für die FDP und lauter Kritik lässt der Chef der Landtagsfraktion und starke Mann der Landespartei, Gerhard Papke, den Kopf nicht hängen. Mit Papke sprach Peter Jansen.
Herr Papke, warum kommt die Bundes-FDP nicht zur Ruhe?
Gerhard Papke: Die neue Bundesregierung hat in den ersten Monaten viele Erwartungen enttäuscht. Viele Wähler der FDP haben ein ehrgeiziges liberales Reformprogramm erwartet, das ist zunächst ausgeblieben.
Seit der Sommerpause entwickeln sich die Dinge besser, ich denke an das neue Energiekonzept, die Aussetzung der Wehrpflicht, die Hartz-Reform. Dennoch ist es der FDP bisher nicht gelungen, verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Daran müssen wir weiter hart und engagiert arbeiten, dann werden sich auch die Umfragewerte wieder verbessern. Wir brauchen einen langen Atem.
Hat Ihr Kieler Amtskollege Wolfgang Kubicki mit seiner Kritik in allen Punkten Unrecht?
Gerhard Papke: Wolfgang Kubicki ist ein selbstverliebter Profilneurotiker, dessen Ausfälle ich nicht mehr kommentiere.
Ist ein Wiedererstarken der FDP, mit einem Vorsitzenden Guido Westerwelle möglich?
Gerhard Papke: Ich hielte es für zutiefst unfair, die schlechten Umfragewerte der FDP allein an Westerwelle festzumachen. Er hatte wesentlichen Anteil am historisch besten Ergebnis der FDP bei der Bundestagswahl. Ihn jetzt für alles verantwortlich zu machen, was in der Bundesregierung im letzten Jahr schiefgelaufen ist, wäre ungerecht.
Der Ehrenvorsitzende der Stuttgarter FDP, Wolfgang Weng, appelliert an Westerwelle, nicht wieder als Parteichef zu kandidieren. Verständlich?
Gerhard Papke: Ich warne davor, sich allein auf die Frage Westerwelle zu reduzieren. Wichtig ist, dass die FDP in der Regierung mit guten Ergebnissen überzeugt.
Entscheiden die Landtagswahlen des nächsten Frühjahrs über das Schicksal des Vorsitzenden?
Gerhard Papke: Wenn die FDP weiter hart arbeitet, wird es ihr gelingen, bis zu den Landtagswahlen in den drei Bundesländern verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Da erübrigt sich jede Führungsdebatte.